Hilfe für den Charaktervogel des Schwarzwalds



Das Auerhuhn in Zahlen

Typisch Schwarzwald, das ist auch das Auerhuhn. Doch trotz intensiver Bemühungen zahlreicher Akteure im Rahmen des Aktionsplans Auerhuhn steht der Charaktervogel des Schwarzwalds kurz vor dem Aussterben. Nur noch rund 200 balzende Hähne konnten im Jahr 2016 im gesamten Schwarzwald gezählt werden, bei der jüngsten Zählung 2019 waren es sogar nur noch 137 Tiere. Da man von einem Geschlechterverhältnis von 1:1 ausgeht, entspricht dies gerade noch rund 300 Tieren. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 wurden noch mehr als 300 Hähne erfasst. Diese Anzahl gilt zugleich als Mindestmaß einer überlebensfähigen Population der größten Hühnervögel Europas. Dieser Rückgang zeigt dringenden Handlungsbedarf.

ENGAGIERTE WALDBESITZER SIND GEFRAGT

Der Verlust geeigneter Lebensräume für das Auerhuhn ist einer der Hauptgründe der schwindenden Population. Das Projekt "Lücken für Küken" setzt hier an: Es bietet kommunalen und privaten Waldbesitzern Beratung und Hilfe, um diese besonderen Lebensräume zu erhalten, zu verbessern oder neu zu schaffen. Im Rahmen des Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg unterstützt das Projekt Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung finanziell und fachlich. Dabei arbeitet der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord eng mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) zusammen. Für den südlichen Schwarzwald ist der Naturpark Südschwarzwald Kooperationspartner. Zurzeit wird außerdem ein Förderkonzept erarbeitet, um den Schutz des Auerhuhns und andere Ansprüche an den Wald und an die Forstwirtschaft in Einklang zu bringen.

Jeder kann helfen

Das Auerhuhn ist sehr scheu und eine Fluchtreaktion verbraucht große Mengen an Energie. Deshalb ist es wichtig, vor allem im Winter auf den ausgewiesenen Wegen, Loipen und Schneeschuhtrails zu bleiben und Hunde im Wald anzuleinen. Auch während der Aufzucht der Küken im Frühjahr und Frühsommer sind die Tiere sehr sensibel. Müll und insbesondere Nahrungsreste im Wald locken Fressfeinde an. Daher sollten Wanderer nichts im Wald zurücklassen - außer ihren Fußabdrücken!

Informationen für Waldbesitzer

Nicht nur kommunale, sondern auch private Waldbesitzer können sich im Rahmen des Projekts "Lücken für Küken" für den Erhalt des Auerhuhns engagieren. Informationen über Habitatpflegemaßnahmen und finanzielle Unterstützung erteilt die Naturpark-Geschäftsstelle. Informationen zum Förderprogramm "Lücken für Küken" gibt es auf der Folgeseite.

Markus Varesvuo

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Markus Varesvuo

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