Der Wald des Auerhuhns hilft auch anderen Arten

Das Auerhuhn fühlt sich in gleichaltrigen und reinen Fichtenwäldern nicht wohl. Es braucht lichte, störungsarme, arten- und strukturreiche Nadel- und Mischwälder, die durch die modernen gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald und ihren forstwirtschaftlichen Entsprechungen nur noch selten im Schwarzwald aufzufinden sind.

Der große Vogel ist kein geschickter Flieger. Schneisen und Lücken im Kronendach des Waldes helfen dem Auerhuhn beim Starten und Landen. Gleichzeitig gelangt durch sie Licht auf den Waldboden. Das hilft vor allem den Küken, sich bei feuchtkalter Witterung zu wärmen und begünstigt die Hauptnahrungsquelle des Auerhuhns außerhalb des Winters. Die Heidelbeere sowie Sämereien und Knospen anderer Bodenpflanzen bieten zudem Schutz und Deckung vor Fressfeinden und beherbergen viele Spinnen- und Insektenarten, von denen sich die Küken anfangs ernähren, um ihren ersten Winter zu überstehen. In der kalten Jahreszeit stehen fast nur noch immergrüne Nadeln mit geringem Nährwert zur Verfügung. Ein knorriger, hoher Schlafplatz mit guter Übersicht und wenigen Störungen, vor allem in der kalten Jahreszeit, runden die Lebensraumansprüche des größten Hühnervogels Europas ab und zeigen, wie viele Nischen der Wald des Auerhuhns besitzt. Solch eine Waldausstattung dient dabei auch anderen geschützten Arten wie dem Dreizehenspecht, der Waldschnepfe und dem Sperlingskauz, weshalb diese Arten ebenfalls von den Maßnahmen für Auerhühner profitieren. Insbesondere Waldränder, Schneisen und Lichtungen kommen nicht nur dem Auerhuhn zugute, sondern sind auch für Käfer- und Falterarten ein guter Lebensraum.

Bildnachweis: Matthias Mohaupt

Solche Lücken im Wald kommen nicht nur dem Auerhuhn zugute

Bildnachweis: MicheleAldeghi/shutterstock.com

Tief beastete Kiefern dienen als Schlafbaum und Aussichtspunkt

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