4 Tage Boden Basiskurs
Kursstart: 24.10.2026
Boden verstehen – Zusammenhänge erkennen – fundiert handeln
Der Bodenpraktiker Basiskurs Schwarzwald umfasst vier Praxistage und richtet sich an Bäuerinnen und Bauern aller Bewirtschaftungsformen. Im Mittelpunkt steht der Boden mit seinen vielfältigen Eigenschaften und Funktionen – als Grundlage unserer Landwirtschaft und unserer Ernährung.
Die Teilnehmenden erwerben Schritt für Schritt ein fundiertes Verständnis der physikalischen, chemischen und biologischen Prozesse im Boden und lernen, wie diese Pflanzenwachstum, Nährstoffdynamik und Wasserhaushalt beeinflussen. Dadurch entsteht ein ganzheitliches Verständnis, das hilft, Zusammenhänge besser zu erkennen und Entscheidungen auf dem eigenen Betrieb sicherer einzuordnen.
Der Bodenpraktiker Basiskurs – entwickelt von der Weiterbildungsinitiative BODEN.BILDUNG – bildet das ideale Fundament für eine nachhaltige und zukunftsfähige Bodenbewirtschaftung. Er bündelt die wesentlichen Grundlagen in einem systematischen Kurskonzept und vermittelt sie verständlich, praxisnah und aufeinander aufbauend.
Praxisnah lernen
Über das Winterhalbjahr treffen sich die Teilnehmenden an verschiedenen Standorten im Schwarzwald und besuchen landwirtschaftliche Betriebe. Dort werden die Inhalte direkt in der Praxis erarbeitet und mit den Erfahrungen der Teilnehmenden verknüpft.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der praktischen Bodenbeurteilung. Mit praxistauglichen Methoden wie der Spatendiagnose schärfen die Teilnehmenden ihren Blick für Potenziale und Herausforderungen ihrer eigenen Böden und entwickeln daraus passende Ansätze für die zukünftige Bewirtschaftung.
Kursübersicht
24.10.2026 Tag 1: Boden bewusst machen
Ort: Gästetreff Remsbach 179a, Schramberg-Tennenbronn und Qulibrihof
Welche Leistungen erbringt unser Boden – und was erwartet die Gesellschaft von der Landwirtschaft? Wir betrachten Boden aus unterschiedlichen Perspektiven und verstehen, warum ein leistungsfähiger Boden für Landwirtschaft, Klima und Biodiversität so entscheidend ist.
Referentinnen sind Eva Hauber und Michaela Braun
11.11.2026 Tag 2: Boden verstehen
Ort: Landsiedlung 1a, 79336 Herbolzheim
Wir schauen genau hin: Wie entstehen Verdichtungen, wie wirken Maschinen und Bearbeitungsverfahren – und wie lässt sich Bodenbearbeitung so einsetzen, dass sie den Boden und das Pflanzenwachstum unterstützt statt belastet?
Referent ist Jonathan Kern
01.03.2027 Tag 3: Boden und Pflanze
Pflanzen sind aktive Partner für einen fruchtbaren Boden. Auf Praxisbetrieben schauen wir uns unterschiedliche Strategien an und zeigen, wie Fruchtfolge, Zwischenfrüchte und Kleegrasmanagement Bodenfruchtbarkeit gezielt fördern können.
Referent ist Christian Lutz
06.04.2027 Boden beurteilen
Wie gut ist mein Boden wirklich? Mit der Spatendiagnose und einfachen Feldmethoden lernen Sie, Ihren Boden selbst zu lesen und zu beurteilen. Aus den Beobachtungen entwickeln wir konkrete Ansätze, um die Bodenfruchtbarkeit auf dem eigenen Betrieb weiterzuentwickeln.
Referent ist Ulrich Hampel
Ort: Weitere Kursorte werden noch bekannt gegeben, sie liegen stets in der Naturparkkulisse Schwarzwald Mitte/ Nord und dem Südschwarzwald
Preise: 250 Euro p.P. (Die Rechnung erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung)
Ermäßigten Preis: 200 p.P (Ermäßigter Preis: für Studierende, Auszubildende, Schüler:innen, sowie Arbeitslose. Ein entsprechender Nachweis ist bei der Anmeldung bzw. vor Ort vorzulegen.)
Zu den Referentinnen und Referenten:
Eva Hauber ist Agrar- und Umweltwissenschaftlerin und bringt fundiertes Wissen über die Zusammenhänge von regenerativer Landwirtschaft und Klimaschutz in den Kurs ein.
Michaela Braun ist Agraringenieurin und leitet die Initiative „BODEN.BILDUNG“ der Bioland Stiftung. Seit vielen Jahren begleitet sie Landwirtinnen und Landwirte bei den Themen Bodenfruchtbarkeit und Bodengesundheit.
Jonathan Kern ist Ackerbauberater bei Bioland und spezialisiert auf Bodenbearbeitungssysteme, Humusaufbau sowie pflanzenbauliche Fragestellungen im ökologischen Landbau.
Christian Lutz ist Ackerbauberater bei Bioland mit den Schwerpunkten Bodenfruchtbarkeit, Humusaufbau, Zwischenfruchtanbau und klimaangepasste Anbausysteme.
Dr. Ulrich Hampl ist Bodenexperte und langjähriger Berater im Ökolandbau.
Die genauen Kursinhalte:
Tag 1: Ökosystem Boden – begeistern und begreifen
Wer versteht, was der Boden braucht, kann nutzen, was der Boden leistet!
Warum ist ein Boden auf der einen Fläche leistungsfähig – und auf einer anderen schnell
verdichtet, verschlämmt oder trocken? Wir schauen genauer hin: Was braucht das
Bodenleben, damit der Boden seine Funktionen erfüllen kann?
Der Lebensraum Boden wird von vielen Faktoren geprägt – von Struktur, Wasser, Luft,
Nahrung, pH-Wert und Temperatur. Mit unserer Bewirtschaftung können wir diese
Bedingungen beeinflussen und damit Bodenleben und Bodenfunktionen unterstützen.
Wir werden praktisch: Mitgebrachte Bodenproben nehmen wir unter die Lupe und prüfen
ihre Krümelstabilität. Dabei wird sichtbar, wie unterschiedlich Böden reagieren und
welche Rückschlüsse sich daraus auf ihre Struktur und Bewirtschaftung ziehen lassen.
Auch auf dem Betrieb schauen wir genau hin: Wie funktioniert der Wasserhaushalt vor
Ort? Wo kann Wasser gespeichert werden, wo geht es verloren und welche Möglichkeiten
gibt es, den Betrieb widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit und Starkregen zu machen?
Gemeinsam erkunden wir die Fläche und tauschen uns über konkrete Maßnahmen aus.
Und schließlich geht es um eine zentrale Frage im landwirtschaftlichen Alltag: Wie treffe ich
gute Entscheidungen, wenn viele Faktoren zusammenspielen? Boden, Wetter, Pflanzen,
Technik und betriebliche Rahmenbedingungen lassen sich nicht mit einem einfachen
Rezept zusammenbringen. Wir entwickeln einen Blick für Zusammenhänge und lernen,
Beobachtungen zu nutzen, um passende Entscheidungen für den eigenen Betrieb zu
treffen.
Tag 2: Boden und Technik – Verdichtungen erkennen und vermeiden
Technik ist Fluch und Segen zugleich. Sie erleichtert die Arbeit und ermöglicht effiziente
Bewirtschaftung – kann aber auch dauerhafte Strukturschäden im Boden hinterlassen.
Doch woran erkenne ich eigentlich, ob und wo mein Boden verdichtet ist? Wir schauen
genau hin und lernen, Verdichtungen zu erkennen und ihre Ursachen zu verstehen.
Dabei geht es auch um die Frage: Was kann ich vorbeugend tun? Welchen Einfluss haben
Reifendruck, Radlast und Reifentyp? Wie kann ich meine Technik so einsetzen, dass der
Boden möglichst wenig belastet wird?
Und wenn eine Verdichtung bereits da ist: Wie bekomme ich sie wieder heraus? Wir
beschäftigen uns mit der Tiefenlockerung und der Frage, womit, wann und wie tief eine
Lockerung sinnvoll sein kann – und welche Bedingungen dafür erfüllt sein müssen.
Ziel ist nicht die eine richtige Maschine oder das eine richtige Verfahren. Es geht darum,
Boden und Technik zusammenzudenken und die eigene Bodenbearbeitung flexibel an
Standort, Bodenfeuchte und Situation anzupassen.
Am Ende soll die Frage beantwortbar sein: Wie kann ich auf meinem Betrieb
bodenschonend arbeiten – und trotzdem flexibel auf unterschiedliche Bedingungen
reagieren?
Tag 3: Boden und Pflanze – mit Pflanzen den Boden entwickeln
Pflanzen können mehr als Ertrag liefern – sie können den Boden aufbauen.
Kaum eine Stellschraube hat der Landwirt so unmittelbar in der Hand wie die Pflanze. Über
Wurzeln, Erntereste und die Vielfalt der Kulturen können wir Bodenstruktur, Bodenleben,
Humusaufbau und Wasserhaushalt gezielt beeinflussen.
Wir schauen uns an, welche Möglichkeiten darin stecken: intelligente Fruchtfolgen,
artenreiche und abgestimmte Zwischenfrüchte, Untersaaten, Beisaaten und ein
leistungsfähiger Feldfutterbau. Dabei geht es nicht um fertige Rezepte, sondern darum, die
richtige Kombination für den eigenen Standort und Betrieb zu finden.
Welche Pflanzen passen zueinander? Was braucht mein Boden? Welche Kulturen können
Verdichtungen aufbrechen, den Boden bedecken, Wurzelleben fördern oder Nährstoffe im
System halten? Und wie lassen sich diese Leistungen sinnvoll mit den betrieblichen Zielen
verbinden?
Wir betrachten die verschiedenen Möglichkeiten als Stellschrauben, die jeder Landwirt
selbst in der Hand hat, und entwickeln daraus Ideen für die eigene Fruchtfolge und
Bewirtschaftung.
Ziel ist, Pflanzen nicht nur als Kulturen zu sehen, die geerntet werden – sondern als aktive
Partner beim Aufbau eines leistungsfähigen Bodens.
Tag 4: Boden beurteilen
Wo steht mein Boden heute – und woran kann ich das selbst erkennen?
Mit einfachen, praktischen Werkzeugen gehen wir auf den Acker und schauen dem Boden
genauer auf die Finger. Mit Spaten und Bodensonde untersuchen wir Bodenstruktur und
Durchwurzelung, beobachten die Wasseraufnahme und Versickerung, bestimmen den
pH-Wert und prüfen die Aggregatstabilität.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Messwerte zu sammeln. Entscheidend ist,
Beobachtungen miteinander zu verknüpfen: Was sehe und fühle ich im Boden? Wie
reagiert er auf Wasser? Wie stabil sind seine Krümel? Was sagt mir das über seine Struktur,
sein Bodenleben und seine Leistungsfähigkeit?
Aus den Beobachtungen entsteht ein Bild vom Status quo des eigenen Bodens. Wir suchen
nach Schwachstellen, fragen nach möglichen Ursachen und überlegen gemeinsam, wo und
wie sich die Bodenfruchtbarkeit auf dem eigenen Betrieb weiterentwickeln lässt.
Ziel des Tages ist ein geschärfter Blick für den eigenen Boden: Boden selbst lesen,
Zusammenhänge erkennen und daraus konkrete Ansatzpunkte für die Bewirtschaftung
ableiten.
Hier findest du weitere Veranstaltungen aus
dem Schwarzwald
Erleben Sie den Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und gestalten Sie ihn aktiv mit! Auf einer Tour mit einem unserer Schwarzwald-Guides, auf einem Naturpark-Markt, beim Naturpark-Brunch auf dem Bauernnhof oder bei der Naturpark-Genuss-Messe, auf einem Feldtag, bei einer Landschaftspflege- oder Pflanz-Aktion oder einem unserer Online-Seminare. Wir freuen uns auf Sie!