Rückblick auf die Saison 2026: Naturpark-Märkte sind bedeutende Plattform für regionale Erzeugung
21 Naturpark-Märkte boten Spezialitäten und Kunsthandwerk aus dem Schwarzwald
Mit insgesamt 21 Naturpark-Märkten in 21 Gemeinden und Städten im nördlichen und mittleren Schwarzwald ist die Saison der Naturpark-Märkte des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord zu Ende gegangen. 110 verschiedene Beschickerinnen und Beschicker aus dem Schwarzwald boten ihre Produkte auf den Märkten an. Darunter landwirtschaftliche Betriebe, Gärtnereien sowie Betriebe aus der traditionellen Handwerkskunst, dem Obst- und Kräuteranbau und der -verarbeitung sowie touristische Organisationen.
Der Saison-Auftakt fand am 26. April in Ettenheim im südlichen Naturparkgebiet statt. Den Abschluss bildete der Naturpark-Markt im Vesperdorf Oberharmersbach am 25. Oktober. Jeder Markt hat seine eigene Besonderheit: Das Angebot reichte von traditionellen Fachwerkkulissen und idyllischen Parkanlagen bis hin zu neuen Veranstaltungsorten in Baiersbronn, Oberkirch, Pforzheim und Egenhausen. Ein besonderes Highlight war der Besuch der Naturpark-Kochschule auf dem Naturpark-Markt in Oberkirch im Rahmen der Heimattage Baden-Württemberg. Dort konnten Kinder im mobilen Küchenbus mit regionalen und saisonalen Zutaten unter fachlicher Anleitung kochen und lernten, Lebensmittel haltbar zu machen.
Mit seinen Naturpark-Märkten gibt der Naturpark Erzeugerinnen und Erzeugern aus dem Schwarzwald eine Plattform für ihre heimischen Produkte. Auf diese Weise stärkt er heimische Wertschöpfungsketten und fördert den Erhalt der Kulturlandschaft sowie die Attraktivität der Schwarzwaldregion.
„Die Naturpark-Märkte sind für uns die zentrale Plattform, über die wir unsere Produkte verkaufen.“
Das sagen Beschickerinnen über die Naturpark-Märkte:
Regionale Wertschöpfung stärken
„Die Naturpark-Märkte sind für uns die zentrale Plattform, über die wir unsere Produkte wie Marmeladen und Edelbrände verkaufen. Gerade beim Obst machen wir auf den Naturpark-Märkten unseren Hauptumsatz“, sagt Angelika Schneider von der Brennerei „Schneiders edler Haustropfen“ aus Offenburg-Zunsweier.
Auch für Familie Bohnet mit ihrem landwirtschaftlichen Betrieb in Freudenstadt-Musbach bilden die Einnahmen über die Verkäufe auf den Naturpark-Märkten oder der einmal jährlich stattfindenden Naturpark-Genuss-Messe einen großen Teil des Einkommens ab. In dieser Saison waren sie bei sieben Naturpark-Märkten dabei. „Unser Hof ist schon seit 400 Jahren in Familienbesitz. Jetzt führen meine Schwester und ich ihn im Haupterwerb“, berichtet Charlotte Bohnet. Ob ein Markt viele Besucherinnen und Besucher anzieht oder eher nicht, ist zunehmend wetterabhängig. „Bei zu großer Hitze bleiben die Leute aus, ebenso wenn es regnet oder gar stürmt“, sagt die Naturpark-Projektmanagerin Friederike Stetter. Den Naturpark-Markt in Bad Herrenalb am 28. Juni sagte die Stadt wegen besonderer Hitze sogar ganz ab.
Hinzu komme eine allgemein abnehmende Kaufbereitschaft, bilanziert Landwirtin Charlotte Bohnet. „In unseren Bioland-zertifizierten Produkten steckt viel Arbeit. Das hat seinen Preis. In dieser Saison haben wir gemerkt, dass die Leute aufgrund der diversen Krisen nicht mehr so viel Geld für hochwertige, regionale Lebensmittel ausgeben. Die Naturpark-Märkte sind für uns deshalb als Verkaufsplattform besonders wichtig!“
Familiäre Atmosphäre & interessiertes Publikum
Neben der herausragenden Bedeutung der Naturpark-Märkte als Plattform zur Vermarktung regionaler Produkte heben sie sich auch durch ihre Atmosphäre von herkömmlichen Wochenmärkten ab. „Jeder Markt ist anders und hat etwas für sich. Hier lerne ich neue Leute kennen“, sagt die Markt-Beschickerin Angelika Schneider. Auch Martina Repple von „Martinas Schwarzwälder Spezialitäten“ aus Oberharmersbach im Ortenaukreis schätzt die Markt-Stimmung. Auf zehn Naturpark-Märkten war sie in diesem Jahr mit einem Stand vertreten. „Die Naturpark-Märkte haben schon etwas Festliches an sich. Wir Beschicker kennen uns mittlerweile auch untereinander gut. Es fühlt sich an, wie eine große Familie“, beschreibt Repple. Die Gemeinschaft unter den Beschickern spiegelt sich zudem in einem besonderen Publikum wider. „Die Besucherinnen und Besucher sind sehr interessiert an heimischen Produkten. Sie wissen unsere Arbeit zu schätzen“, resümiert Repple.
Von diesem Interesse und dem daraus resultierenden Austausch leben die Naturpark-Märkte. Dort haben die Verbraucherinnen und Verbraucher die Möglichkeit, genau zu erfahren, woher die Produkte stammen und wie sie hergestellt wurden. Nicht selten laden die Betriebe sogar dazu ein, sie zu besuchen. So etwa Vinent Mayer von der Schwarzwälder Geisserie aus Lauterbach im Landkreis Rottweil. „Die Leute können vorbeikommen, die Ziegen im Stall oder auf der Weide besuchen und bei uns den Käse probieren und kaufen“, sagt Mayer.
Text: Gundi Woll
Fotos: Johannes Nickel, Gundi Woll
GW/03.11.2026
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