Naturpark-Schüler pflegen historische Trockenmauern am Engelsberg in Bühlertal
Beide Bühlertäler Naturpark-Schulen, der Förderverein Engelsberg und weitere Freiwillige setzen sich bei der Ehrensache Natur des Naturparks für den Artenschutz und den Erhalt der Trockenmauern ein.
Die historischen Trockenmauern am Engelsberg in Bühlertal (Landkreis Rastatt) sind wichtiger Lebensraum für eine Vielzahl seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten wie etwa Zaun- und Mauereidechsen, Schlingnattern oder den Deutschen Streifenfarn. Deshalb haben sich bei der „Ehrensache Natur“ des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord in Kooperation mit dem Förderverein Engelsberg am 13. Oktober wieder zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer um die Pflege der Mauern gekümmert. Besonders in diesem Jahr: Schülerinnen und Schüler aus den beiden Naturpark-Schulen Dr.-Josef-Schofer-Schule und Franziska-Höll-Schule helfen mit.
„Die Ehrensache Natur verbindet Naturschutz und Kulturgut mit Gemeinschaftssinn. Bei unserer Naturpark-Pflegeaktion erleben wir, wie stark die Region zusammenhält, wenn es um unsere Heimat geht.“
Trockenmauern stützen steile Weinberghänge
184 Trockenmauern auf einer Gesamtlänge von 4.500 Metern stützen den Untergrund an besonders steilen Weinberghängen. Sie bewahren vor Erosion, fangen Regenwasser auf und machen somit den Weinbau in Steillagen möglich. „Die Mauern speichern die Sonnenwärme des Tages und verringern dadurch die nächtliche Auskühlung in den Rebhängen“, erläutert der Vorsitzende des Fördervereins Engelsberg, Rudi Karcher und fährt fort: „Die Trockenmauern sind weit über einhundert Jahre alt. Unser Verein pflegt sie sehr regelmäßig und in reiner Handarbeit. Der Erhalt der Mauern ist eine Arbeit, die von Generation zu Generation weitergeführt werden muss. Deshalb ist es so schön, dass in diesem Jahr zu ersten Mal Kinder aus beiden Naturpark-Schulen dabei sind.“
Die Instandhaltung der Trockenmauern unterstützt der Naturpark in diesem Jahr zudem mit über 20.000 Euro über die Naturpark-Förderung.
Landschaftspflege-Aktion als Team-Event
Die Pflegeaktion findet seit 2015 jährlich statt. Seit vielen Jahren helfen zudem Mitarbeitende des langjährigen Naturpark-Förderers AOK Mittlerer Oberrhein bei der Aktion mit.
Für die Verpflegung nach dem Arbeitseinsatz sorgte der Naturpark-Förderer Badische Versicherungen (BGV).
Einsatz für die Region:
Historische Trockenmauern prägen das Ortsbild
Die historischen Weingärten mit ihren vielen Trockenmauern prägen das Landschaft- und Ortsbild von Bühlertal. „Damit diese schöne und traditionelle Kulturlandschaft erhalten sowie für Einheimische und Gäste zugänglich bleibt, brauchen wir diese regelmäßigen Pflegeaktionen“, erläutert Tino Rettig, Leiter der Tourist-Information in Bühlertal
Den Bildungsaspekt der Aktion hat der Konrektor der Naturpark-Schule Dr. Josef-Schofer-Schule, Karl Linz, besonders im Blick: „Als Naturpark-Schule wollen wir unseren Schülerinnen und Schülern ermöglichen, selbst aktiv zu werden. Bei der Pflege der Trockenmauern erfahren sie, warum diese historischen Bauwerke für Natur, Landschaft und Weinbau so wertvoll sind.“ Selbst mitanpacken dürfen und darüber mehr über die heimische Kulturlandschaft erfahren: Das ist auch für Stefanie Bürkle von der Franziska-Höll-Schule ausschlaggebend für die Teilnahme gewesen. „Die Arbeit an den Trockenmauern macht für unsere Schülerinnen und Schüler greifbar, was es bedeutet, Verantwortung für Natur und Heimat zu übernehmen. Es bleibt kein abstraktes Konstrukt, das wir im Klassenzimmer behandeln“, führt Bürkle aus.
Text: Gundi Woll
Fotos: Gundi Woll
GW/14.10.2026
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