Schwarzwälder Kulturlandschaft im Glas
Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord verleiht Weingut Tobias Köninger aus Kappelrodeck für sein Engagement das Prädikat „Naturpark-Partner“.
Weinreben, Streuobstwiesen und Wald gehören für Tobias Köninger vom gleichnamigen Weingut in Kappelrodeck fest zum Bild der Schwarzwälder Vorbergzone im Ortenaukreis. Durch die Bewirtschaftung und Pflege der über Jahrhunderte gewachsenen Landschaft trägt er mit seinem achtköpfigen Team dazu bei, dieses Kulturgut zu erhalten. Für sein Engagement hat der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord Tobias Köninger am 29. September das Prädikat „Naturpark-Partner“ verliehen. Im nördlichen und mittleren Schwarzwald umfasst das Netzwerk 24 Betriebe und Institutionen aus den Bereichen Landwirtschaft, Regionalverarbeitung und -vermarktung sowie Tourismus. Im Ortenaukreis sind es neun.
„Unsere Kulturlandschaft ist kein Selbstläufer. Sie bleibt nur erhalten, wenn Menschen sie bewirtschaften und sich mit ihr verbunden fühlen. Das Weingut Tobias Köninger leistet mit der Bewirtschaftung seiner Steillagen und Streuobstflächen einen wichtigen Beitrag dazu. Gleichzeitig zeigt der Betrieb, wie sich ökologische Verantwortung und regionale Wertschöpfung miteinander verbinden lassen.“
Erhalt der vielseitigen Kulturlandschaft
Seit der Gründung seines Weinguts im Jahr 2000 bewirtschaftet Tobias Köninger die Flächen rund um Kappelrodeck und in der näheren Umgebung. Heute gehören rund zehn Hektar Reben, drei Hektar Kirschbäume, vier Hektar Wald und zwei Hektar Magerwiesen zum Betrieb. Ein Drittel der Rebflächen liegt in Steil- und Steilstlagen. Ihre Bewirtschaftung ist besonders anspruchsvoll, da sie von Hand und nicht durch Maschinen erfolgt.
Dankbar für den Einsatz des einzigen Weinguts in Kappelrodeck, das im Haupterwerb geführt wird, ist auch der Bürgermeister der Gemeinde, Stefan Hattenbach: „Der Weinbau ist unauslöschbarer Bestandteil des kulturellen Erbgutes unserer gesamten Heimatregion, Alleinstellungsmerkmal und Aushängeschild. Er prägt Wirtschaft, Gesellschaft und Landschaft. Tobias Köninger ist für mich ein Vorzeigebetrieb des Weinbaus: Zukunftsorientiert, innovativ und nachhaltig, gleichzeitig bodenständig und qualitätsorientiert. Er steht damit genau für das, was uns in der Region stark macht. Ich freue mich mit dem Weingut Tobias Köninger sehr über die Auszeichnung als Naturpark-Partner: Sie ist stellvertretend für viele und gleichzeitig eine schöne Anerkennung für das, was hier jeden Tag mit riesigem persönlichen Einsatz geleistet wird!“
Bio-Weinbau und Energie aus dem eigenen Betrieb
Seit 2024 ist das Weingut Tobias Köninger bio-zertifiziert. Der Nachhaltigkeitsgedanke zieht sich durch den gesamten Betrieb: Für die Stromversorgung gibt es Photovoltaikanlagen auf den Dächern. Das Wasser bezieht das Weingut über eine eigene Quelle. Die Wärmeversorgung erfolgt mit eigenem Holz aus dem rund vier Hektar großen Wald sowie von den Kirschbäumen der eigenen Streuobstwiesen.
Die vor fünf Jahren angelegten Magerwiesen ergänzen das Engagement für die Kulturlandschaft und die Artenvielfalt. Sie werden einmal jährlich gemäht. Das gewonnene Heu kommt einem Rinderbetrieb aus der Region zugute.
Vom Weinberg und der Streuobstwiese bis ins Glas
Neben den Weinen aus den eigenen Rebflächen gehört mittlerweile auch eine eigene Destillerie zum Betrieb. Neben klassischen Obstbränden entstehen dort Gin, Wermut und weitere Eigenkreationen. Eine wichtige Grundlage dafür sind die eigenen Kirschen.
Neben dem Kauf der Produkte direkt in der Vinothek des Weinguts in Kappelrodeck oder im Online-Shop stehen die Köninger-Weine auch auf den Speisekarten von Restaurants in der Region. So etwa bei den Naturpark-Wirten: Wellnesshotel Tanne in Baiersbronn, Kaminstube im Hotel Dollenberg in Bad Peterstal-Griesbach, Wirtshaus zur Geroldsauer Mühle in Baden-Baden und Gasthof zur Traube in Bühl.
Bei einem guten Essen in ihrem Schwarzwald-Urlaub haben auch Sabrina Schober und Markus Mennel den Wein von Tobias Köninger zum ersten Mal probiert. „Uns hat der Wein so gut geschmeckt, dass wir gesagt haben: ‚Heute fahren wir direkt zum Weingut und nehmen zwei Kartons mit Köninger-Weinen mit nach Hause ins Allgäu‘“, berichtet Schober.
Neben der Gastronomie gehen weitere Flaschen über Weinhandlungen und den Einzelhandel bis nach Villingen-Schwenningen und Schwäbisch Hall. Der Wein, die Edelbrände, der Gin und der Wermut im Glas sind Produkte handverlesener Landschaftspflege!
Ein Familienbetrieb mit Weinbautradition
Tobias Köninger ist mit dem Weinbau groß geworden. Nach seiner Ausbildung an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg gründete er im Jahr 2000 sein eigenes Weingut. Die Weinbautradition der Familie reicht jedoch deutlich weiter zurück. Heute arbeiten insgesamt acht Mitarbeitende im Betrieb.
Besonders während der Weinlese wird sichtbar, wie viel Handarbeit und Erfahrung im Weinbau stecken. Die Trauben für seine Rotweine werden komplett per Handlese geerntet. Für Tobias Köninger ist diese Verbindung von Landschaft, Handwerk und Genuss zentral: „Mich fasziniert der jährliche Zyklus aus pflegen, ernten und verarbeiten. Wenn die Menschen unseren Wein probieren und strahlen, weil er schmeckt, dann ist das für mich eine runde Sache.“
Mit der Auszeichnung als Naturpark-Partner wird dieses Engagement nun auch nach außen sichtbar: Jede Flasche steht für Tobias Köningers Arbeit als Winzer und Brenner. Und sie steht für eine bewirtschaftete Kulturlandschaft, in der das Obst wächst und gepflegt wird.
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Interessierte Betriebe können sich an die Naturpark-Geschäftsstelle wenden.
Text: Gundi Woll
Fotos: Gundi Woll
GW/29.09.2026
Weinlese mit Tobias Köninger
Schwarzwälder Kulturlandschaft erhalten: pflanzen, pflegen, ernten, schmecken & genießen / Zu Besuch im Weingut Köninger in Kappelrodeck, den Reben und in der Kellerei in Achern
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