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Regionalvermarktung

Wegen Hitze ABGESAGT: Schwarzwälder Genuss & Kinder-Kochkurse auf dem Naturpark-Markt in Bad Herrenalb

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  • Vorschaubild Copyright: Johannes Nickel
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    Einkaufs- und Kocherlebnis mit Schwarzwald-Feeling: Naturpark-Markt in Bad Herrenalb am 28. Juni von 11 bis 17 Uhr

Auf dem Naturpark-Markt in der Kurstadt Bad Herrenalb (Landkreis Calw) können Gäste am 28. Juni (Sonntag) in die Geschmackswelt und Tradition des Schwarzwalds eintauchen. Rund 30 landwirtschaftliche Betriebe sowie Direkterzeugerinnen und -erzeuger präsentieren von 11 bis 17 Uhr auf dem Rathausplatz und der Klosterstraße Lebensmittel und Kunsthandwerk aus dem Schwarzwald. Dinnele, Honig, Holzofenbrot, Käse und Wild, Edelbrände und Wein sowie Kräuterprodukte, Kränze und vieles mehr erwarten die Besucherinnen und Besucher.

Die Naturpark-Märkte sind eine wichtige Plattform für kleine Betriebe und Direkterzeugende zur Vermarktung ihrer Produkte. Sie stärken regionale Wertschöpfung. Auf dem Naturpark-Markt in Bad Herrenalb gibt es gleich drei Highlights: die Naturpark-Kochschule, die Klima-Wanderausstellung sowie die Auszeichnung der artenreichsten Naturpark-Wildblumenwiese. Anschließend bietet Schwarzwald-Guide Monika Amann eine kostenfreie Führung zum Thema Artenvielfalt und klimaresiliente Beete an. Zwischen 12 und 14 Uhr begleiten zudem die Albtal Musikanten und von 14:30 bis 17 Uhr Hans-Peter Weiß den Markt musikalisch.

  • Marmeladen etc. auf Holzregalen an einem Marktstand
  • Markt-Stand eines Schnapsbrenners mit Familie und Produkten
  • Drechsler

Naturpark-Kochschule: Kostenfreie Kochkurse für Kinder

In dem mit einer Küche ausgestatteten Naturpark-Kochschul-Bus können Kinder ab sechs Jahren unter Anleitung mit saisonalen Zutaten aus der Region kochen. Begleitet werden sie von Koch Niklas Osner sowie der Soziologin Nina Bäurle. Gemeinsam bereiten sie einen Linsenbrotaufstrich und eine Knäckebrot-Backmischung mit vielfältigen Getreidesorten und Saaten zu.  Dabei wird das Naturpark-Mehl der Zeller Mühle aus Ottersweier verwendet. Zudem lernen sie, Gemüse haltbar zu machen.

Die Mini-Kochkurse finden stündlich zwischen 11:30 und 16:30 Uhr statt. Eine Einheit dauert etwa 45 Minuten. Die Teilnahme ist kostenfrei. Einfach beim Stand vorbeikommen und direkt mitmachen oder einen freien Platz für später sichern. Die zubereiteten Leckereien mit selbst erstelltem Etikett und die Rezepte dürfen die Kinder anschließend mit nach Hause nehmen.

An den beiden Folgetagen besucht die Naturpark-Kochschule auch die beiden Kinderhäuser Wurzelzwerge in Rotensol und Regenbogen in Bad Herrenalb, die Teil des Netzwerks der Naturpark-Kindergärten sind.

Mehr Infos

  • Ein Koch zeigt einem Mädchen im Bus der Naturpark-Kochschule Linsen.
  • Kochbüchlein der Naturpark-Kochschule
  • Ein Mädchen zeigt ein Glas mit eingelegtem Gemüse an einem Marktstand

Klimawandel im Naturpark einfach erklärt:
Klima-Wanderausstellung im Kurhaus Bad Herrenalb

Wie der Klimawandel den nördlichen und mittleren Schwarzwald beeinflusst und welche Anpassungsstrategien möglich sind, zeigt die Klima-Wanderausstellung des Naturparks. Während des Marktes am 28. Juni führt die Naturpark-Klimabotschafterin Dr. Susanne Schaeff Interessierte durch die Ausstellung. Diese ist für Kinder und Erwachsene gleichermaßen konzipiert. Bis zum 12. Juli ist die Klima-Wanderausstellung im Kurhaus in Bad Herrenalb zu sehen. Dieses ist täglich von 9 bis 18:30 Uhr geöffnet.

Mehr Infos

  • Klima-Wanderausstellung
  • Postkarten bei der Klima-Wanderausstellung
  • Stellwände der Klima-Wanderausstellung mit Fotos, Texten und Grafiken

Artenreichste Naturpark-Wildblumenwiese

Sie sind Lebensraum für zahlreiche heimische Tier- und Pflanzenarten im Schwarzwald: die Wildblumenwiesen, die der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord in den vergangenen zehn Jahren mit Partnern angelegt hat. Mit über 150 Partnern entstanden 400.000 Quadratmeter Blühwiesen im nördlichen und mittleren Schwarzwald. Anlässlich des Jubiläums zeichnet der Naturpark auf dem Markt in Bad Herrenalb die artenreichste Wildblumenwiese aus. Beworben haben sich Kommunen, Naturpark-Schulen, ein Golfclub, Vereine, Unternehmen und Verbände.

  • Wildblumenwiese mit Malven
  • Wildblumenwiese vor dem Kulturforum in Offenburg
  • Wildblumenwiese mit lila Natternkopf
  • Wildblumenwiese mit lila Klee und Gänseblümchen

Text: Gundi Woll

Fotos: Johannes Nickel, Gundi Woll, Lilli Wahli

GW/22.06.2026

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Wenn die Trauben reif sind: Weinlese mit Tobias Köninger aus Kappelrodeck

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  • Vorschaubild Copyright: Gundi Woll
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    Schwarzwälder Kulturlandschaft erhalten: pflanzen, pflegen, ernten, schmecken & genießen / Zu Besuch im Weingut Köninger in Kappelrodeck, den Reben und in der Kellerei in Achern

Es ist mitten in der Nacht, wenn in den Reben von Tobias Köninger die Lichter angehen. „Die Trauben für Weißwein und Rosé müssen wir wegen der hohen Temperaturen nachts ernten, wenn es kühler ist. Mit der Lese beginnen wir um ein, zwei Uhr, damit wir rechtzeitig vor der großen Hitze fertig sind“, erklärt der Winzer aus Kappelrodeck (Ortenaukreis). Die Trauben sind sonst zu warm und müssten stark abkühlen, damit sie ihre Qualität beibehalten. Mit dem trockenen Sommer ist Tobias dennoch zufrieden. Vor vier Jahren hat er auf Bio-Weinbau umgestellt. Regen bedeutet für ihn zusätzlichen Aufwand, denn danach muss er neues Pflanzenschutzmittel ausbringen. Da seine Rebstöcke aufgrund ihres Alters bereits tief verwurzelt sind, konnte er auch den Mangel an Regenwasser im Weinberg verkraften. Über den ein oder anderen Landregen hätte sich der Winzer aber schon gefreut.

„Während der Weinlese sind die Arbeitstage schon mal 16 Stunden lang“, berichtet Tobias. Das ist es ihm wert.

  • Drei Männer schütten Weintrauben aus einer Wanne in eine große Bütte im Weinberg.
  • Weingut Köninger in der Weinberglandschaft
  • Weintraube am Rebstock
  • Weingläser hängen an einem Regal, darüber prangt das Logo des Weinguts.
  • Tobias hält ein mit Rotwein gefülltes Glas an die Nase

„Mich fasziniert der jährliche Zyklus aus pflegen, ernten und verarbeiten. Im Keller einen Wein auszubauen, zu riechen, zu schmecken, zu sehen, wie er sich entwickelt. Wenn dann die Leute hier probieren und strahlen, weil der Wein schmeckt, dann ist das eine runde Sache.“

Tobias Köninger, Winzer aus Kappelrodeck

Handarbeit, Familienkraft und der richtige Moment

Heute geht es erst später raus in die Reben. Der Spätburgunder auf den Flächen in Waldulm ist an der Reihe. Wann der richtige Zeitpunkt für die Lese ist, bestimmt Tobias mit einem Refraktometer. Über den Saft einer zerquetschten Traube misst es den Oechslegrad. Rund 90 Grad zeigt das Gerät an. Das entspricht 12,5 bis 13 Volumenprozent Alkohol. Perfekt für die Ernte.

Rotwein ist beim Weingut Köninger reine Handlese. Tobias (48 Jahre) und sein 16-jähriger Sohn Luis begutachten die Trauben zwischen den Weinblättern einzeln. Das geht nur bei Tageslicht. Die guten Trauben schneiden sie mit einer Schere am Stiel ab und werfen sie in eine Wanne. Derweil tuckert Tobias Vater Otmar (68 Jahre) mit einem Schmalspurtraktor durch die Rebzeilen. Aurel und seine Familie sind bereits seit kurz nach 7 Uhr in den Reben. Er arbeitet fest bei Tobias. Seit der Gründung des Weinguts im Jahr 2000 bringt Aurel jährlich Familienmitglieder aus Rumänien für die Weinlese mit. In diesem Jahr sind sie zu viert.

  • Traubensaft troopft auf Refraktometer
  • Drei Männer lesen Weintrauben in den Reben.
  • Weintraube
  • Traktor in Weinreben
  • Menschen ernten Weintrauben in den Reben.

Zehn Hektar Reben bringen 80.000 Weinflaschen

Zehn Hektar Rebfläche ernten sie in diesem August und September. Rund 80.000 Flaschen Wein werden daraus gewonnen, schätzt Tobias. Mit ihrer Arbeit in den Reben halten sie zudem die von Weinbergen geprägten Hänge der Schwarzwälder Vorbergzone offen und bewirtschaften einen wichtigen Teil der regionalen Kulturlandschaft. Der Wein im Glas ist das Produkt von handverlesener Landschaftspflege!

Ein Teil davon bleibt ganz in der Region und kommt in der Gastronomie zwischen Offenburg und Karlsruhe auf den Tisch. Weitere Flaschen gehen über Weinhandlungen und den Einzelhandel bis nach Villingen-Schwenningen und Schwäbisch Hall. Den Rest verkauft Tobias direkt: im Laden am Weingut in Kappelrodeck, über den Online-Shop oder mit seinem Ausschankwagen, den man für Veranstaltungen mieten kann. Regelmäßig stehen Touristen aus Japan, den USA, Skandinavien, Spanien und weiteren europäischen Staaten vor der Theke, probieren und nehmen einige Flaschen mit oder lassen sich diese direkt nach Hause schicken. „Der Köninger Wein kommt rum“, sagt Tobias und lächelt.

  • Weinflaschen im Regal
  • weiße Weintrauben zwischen Blättern
  • Menschen mit Wannen in den Reben
  • Weinberglandschaft mit Streuobstwiesen und Wald

Im Weinbau großgeworden

Das eigene Weingut ist sein Lebenswerk. Ein großer Wunsch, den er sich nach der Ausbildung in der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg erfüllt hat. „Ich bin zwischen den Reben aufgewachsen“, sagt Tobias rückblickend. Die Familie seiner Mutter lieferte Trauben an die Waldulmer Winzergenossenschaft (WG). Die väterliche Linie gehörte dem Winzerkeller Hex vom Dasenstein GmbH an. Auch Tobias lieferte seine Trauben zunächst dorthin. Mit 22 Jahren gründete er dann sein eigenes Weingut in Kappelrodeck. Bis heute ist er der einzige Vollerwerbswinzer mit eigenem Weingut in der Gemeinde.

Seine persönliche Verbindung zum Weinbau findet sich sogar auf jeder Flasche wieder: Die Etiketten tragen Tobias Fingerabdruck. „Als Winzer habe ich häufig Erde an den Händen. Da kam es mal vor, dass ich beim Übergeben der Flasche an die Kundschaft auf dem hellen Etikett meinen Fingerabdruck hinterlassen habe“, erzählt Tobias. Heute ist der Fingerabdruck als Teil des Logos ganz bewusst Symbol seiner Arbeit. „Ich bin viel draußen. Im Weinberg, in der Kelter, bei der Kundschaft. Der Fingerabdruck steht für diese gesamte Wertschöpfungskette.“

  • Tobias mit Vater Otmar in den Reben bei der Weinlese
  • Weinflaschenkartons mit dem Köninger-Logo
  • Weingut Köninger Gebäude in Kappelrodeck
  • Weinkeller mit Eichenfässern
  • Tobias Köninger und sein Sohn entnehmen eine Weinprobe aus einem Eichenfass.

Schwarzwälder Kulturgut: Von den Reben ins Glas

Zurück im Weinberg in Waldulm: Die große Bütte ist schon randvoll mit roten Weintrauben. Tobias rollt eine Traube zwischen seinen Fingern. „In diesem Jahr sind die Weintrauben etwas kleiner. Das liegt an der langen Hitzeperiode und der geringen Regenmenge, die wir im Hochsommer hatten“, erklärt Tobias. „Dafür ist die Qualität der Trauben sehr hoch. Das wird ein sagenhafter Wein!“

Die vollen Bütten transportiert Tobias Vater Otmar mit dem Traktor in die Kellerei in Achern. Dort liegt der süßlich-fruchtige Duft frisch gepresster Trauben in der Luft, vermischt mit dem herben Geruch von Trester und der leicht hefigen Note des gärenden Mostes. Tobias nimmt eine Bütte auf die Gabel seines Staplers und schüttet die Trauben in den Entrapper. In der Maschine werden die Trauben von den Stielen getrennt. Dann kommen sie in die Presse. Übrig bleibt der Trester. Der Saft für Weißwein und Rosé wird anschließend in Tanks gelagert. Der Saft der heute geernteten Spätburgunder-Trauben ruht mit der Schale eine Woche im Tank. Anschließend gedeiht er für zwei Jahre in deutschen und französischen Eichenfässern. Cabernet Sauvignon kommt in amerikanische Eichenfässern. Sie verleihen dem Wein ein Vanillearoma.

Den Spätburgunder gibt es also erst in zwei Jahren zu trinken. Weißwein und Rosé hingegen füllt Tobias bereits in sechs Wochen in Flaschen ab. Dann können Einheimische wie Gäste den Wein probieren, der aus der Reblandschaft der Schwarzwälder Vorbergzone gewonnen wird. So erzählt jede Flasche nicht nur von einem guten Jahrgang, sondern auch von der Landschaft, in der sie gewachsen ist, und von den Menschen, die sie bewirtschaften und erhalten. Die Weinberge sind Lebens- und Erholungsraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Und zugleich ein Kulturgut, das die Region prägt.

  • mit roten Trauben gefüllte Bütte in den Reben
  • Weintrauben in Bütte werden durch einen Gabelstapler in die Kelter gekippt.
  • Trauben in der Maschine zur Trennung vom Stiel
  • Trauben in der Maschine zur Trennung vom Stiel
  • leere Entrispungsmaschine
  • Trauben kommen ohne Stiel aus der Maschine
  • Stiele der Trauben kommen aus einer Maschine
  • Trester in einer Wanne
  • Eichenfass
  • silberne Tanks
  • Weinflasche auf Eichenfass mit zwei mit Rotwein gefüllten Gläsern
Kulturlandschaft mit Wiese, Streuobstwiesen, Weinreben und Wald

Text: Gundi Woll

Fotos: Gundi Woll

GW/01.09.2026

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