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Bildung & Biodiversität

Lebensraum für Wappentier des Schwarzwalds erhalten

Auerwild-Habitatpflege des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord mit Forstamt Baden-Baden und Gymnasium Hohenbaden

© Yvonne Flesch

Das Auerhuhn gehört zu den am stärksten gefährdeten Vogelarten in Deutschland. Der Schwarzwald zählt zu den wenigen Regionen, in denen es noch Auerwild gibt. Damit sich die Population von rund 100 balzenden Auerhähnen im Schwarzwald weiter stabilisieren kann, organisiert der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord in Kooperation mit dem Städtischen Forstamt Baden-Baden eine Aktion zur Pflege des Auerhuhn-Lebensraumes. In diesem Jahr fand die Aktion im Rahmen des Projekts „Ehrensache Natur“ des Naturparks am 17. Juli am Bergsattel Rote Lache im Stadtwald Baden-Baden statt. Seit vielen Jahren helfen dabei Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hohenbaden aus Baden-Baden mit.

„Naturschutz wird greifbar, wenn man selbst mit anpackt. Die Schülerinnen und Schüler erleben bei der Habitatpflege unmittelbar, wie ein geeigneter Lebensraum für das Auerwild entsteht. Gleichzeitig lernen sie, wie eng eine nachhaltige Waldpflege und der Erhalt bedrohter Arten zusammenhängen.“

Yvonne Flesch, Stellvertretende Naturpark-Geschäftsführerin

Das braucht das Auerwild

Das Auerwild ernährt sich insbesondere von Heidelbeeren. Die Sträucher benötigen viel Licht zum Wachsen. Stehen die Bäume zu dicht, erreicht kaum Sonnenlicht den Waldboden. „Mit unserer Pflege-Aktion sorgen wir für lichtere Strukturen, indem wir mehrere Meter Abstand zwischen den Bäumen schaffen. Je höher der Baum, desto mehr Raum braucht er zu den Nachbarn“, erklärt der Revierförster Lars Lingslebe vom Forstamt Baden-Baden, der die Jugendlichen bei der Aktion anleitet.

Die jungen Helferinnen und Helfer ziehen bei der Aktion kniehohe Fichtentriebe von Hand aus dem Boden. Ältere Bäume entfernen sie mit Sägen, darunter vor allem Fichten. Denn die Beeren der Eberesche, die Nadeln der Kiefer und die Triebe der Birke gehören zur Lieblingsnahrung des Auerwilds.

Zahlen und Fakten zum Auerwild: Das jährliche Balzmonitoring

Das Auerwild steht auf der Roten Liste der Brutvögel. Bedeutet: Es ist vom Aussterben bedroht. Das Balzmonitoring aus dem vergangenen Jahr gibt jedoch Anlass zur Hoffnung. Es verdeutlicht, dass die Schutzmaßnahmen zunehmend Wirkung zeigen: Im Jahr 2026 wurden insgesamt 93 balzende Auerhähne an Balzplätzen gezählt. Dies ist zwar ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. 2025 wurden 103 Hähne gezählt. Doch die Akteure im Auerhuhn-Schutz werten die Ergebnisse als Zeichen dafür, dass sich der dramatische Rückgang zwischen den Jahren 2012 bis 2022 nicht weiter fortsetzt. Ob die diesjährigen Zählungen den Beginn eines längerfristigen Rückgangs markieren oder ob es sich um eine Schwankung innerhalb der ohnehin kleinen Population handelt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Die Zählungen werden seit den 1980er Jahren jährlich während der Balzzeit durchgeführt. Sie gelten als wichtigste Methode zur Bestandserfassung. Bei der Zählung arbeiten die Jägerschaft, die AöR ForstBW, die Landesforstverwaltung, Privatwaldbesitzer, der Nationalpark Schwarzwald, Ornithologen, der Verein Auerhuhn im Schwarzwald sowie ehrenamtliche Personen zusammen.

Auerhahn © Arne Kolb/Nationalpark Schwarzwald

Dabei sein: Weitere Landschaftspflegeaktionen des Naturparks

Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord veranstaltet jedes Jahr mehrere Landschaftspflege-Aktionen an unterschiedlichen Orten im nördlichen und mittleren Schwarzwald. Mitmachen können alle, die Freude an praktischer Arbeit im Freien haben. Gerne auch Kinder und Jugendliche sowie Personen mit
(Motor-)Sense oder Freischneider. Benötigt werden wetterfeste Kleidung, Arbeitshandschuhe und festes Schuhwerk. Für Verpflegung ist gesorgt. Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an info@naturparkschwarzwald.de.

 

Nächste Termine – Helferinnen und Helfer gesucht!

  • Oktober in Lautenbach im Ortenaukreis: „Ortenauer Landschaftspflegetag“, Kooperationspartner: Landschaftserhaltungsverband Ortenaukreis (LEV)
  • Oktober in Bühlertal im Landkreis Rastatt:„Himmlische Trockenmauerpflege“ – Efeu und Brombeersträucher an den historischen Mauern am Engelsberg werden zurückgeschnitten,
    Kooperationspartner: Förderverein Engelsberg und Gemeinde Bühlertal
Zwei Frauen stehen vor einer Trockenmauer im Weinberg. © Gundi Woll

Text: Gundi Woll

Fotos: Yvonne Flesch, Gundi Woll, Arne Kolb/Nationalpark Schwarzwald

GW/JN/21.07.2026

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